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Herbstferien im Wald – ein großes Abenteuer

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Mitte Oktober war es endlich soweit. Für die Schüler begannen die langersehnten Herbstferien. Auch in diesen Ferien veranstalteten wir wieder eine Ferienfreizeit. Wir teilten diese in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe war im Jugendhaus, während die zweite Gruppe sich im Wald an der Grillhütte am “Flürchen” aufhielt. Jan, Christian, Vanessa bzw. Niklas in der zweiten Woche und ich halfen in der zweiten Gruppe und waren so der “Kälte schutzlos ausgesetzt”. Um gegen diese Kälte vorzugehen, machten wir natürlich täglich ein Lagerfeuer, an welchem man sich aufwärmen konnte. In unserer Gruppe waren in beiden Wochen jeweils mit 20 Kindern. In der ersten Woche half ebenfalls Vanessa aus dem Hort mit als Betreuerin und in der zweiten Woche war Niklas aus dem “Offenen Treff” dabei. Die Kinder kamen morgens zwischen 8.15 Uhr und 8.30 Uhr. Als erstes hatten die Kinder morgens ca. eine halbe Stunde Freispiel im Wald, in dieser Zeit bereiteten wir schon das Frühstück vor. Für das Frühstück bekamen wir Brötchen von der Bäckerei „Conrad“ geliefert. Nachdem wir uns alle satt gegessen haben, gab es eine Aktion wie beispielsweise eine Olympiade, bei der alle Kinder mitmachten und viel Spaß hatten. Ebenfalls hatten wir freiwillige Aktionen im Angebot. Die Kinder konnten selbst entscheiden, ob sie an diesen teilnehmen wollten, oder lieber im Wald spielten. Das Lagerfeuer war auch sehr gefragt. Dass man sich dort wärmen konnte, war für die Kinder bloß ein kleiner Bonus. Sie hatten viel mehr Spaß daran ihre im Wald gesuchten Stöcke in das Feuer zu halten und darin zu stochern – ein wirklich anstrengender und verantwortungsvoller Job für denjenigen, der gerade Feueraufsicht hatte. Die Zeit bis zum Mittagessen verging sehr schnell, da alle schön am spielen waren. Das Mittagessen wurde für 12.30 Uhr von Guido Kröffs Gasthaus „Till Eulenspiegel“ geliefert. Von Burgern bis Geschnetzeltem mit Spätzle gab es alles, was das Kinderherz begehrte. Das Essen war so gut wie immer, ein großes Danke dafür. Nach dem Essen begann wieder die Freispiel-Zeit. Diese wurde von den Mädels gerne auf der Slackline verbracht, während die Jungs den Wald unsicher machten. Ebenfalls entstand im Wald praktisch eine eigene Stadt. Die Kinder bauten Hütten und erfanden ihre eigene Währung. Diese waren die sog. „Abgenagten“, also von Eichhörnchen abgenagte Tannenzapfen. Die normalen Tannenzapfen waren nicht so viel wert, wie die “Abgenagten”, da man diese ja viel öfter im Wald findet. Niklas und Jan machten dort das Geschäft ihres Lebens. Sie kauften Hütten und Grundstücke auf und vermieteten diese dann an die Kinder weiter. Dadurch machten sie einen großen Gewinn. Die Kinder bauten außerdem eine „Arena“ in den Wald. Dazu legten sie aus Baumstämmen ein großes Feld ab, dieses wurde täglich sauber gekehrt (oder besser gesagt, so sauber wie es in einem Wald halt geht;) ). In der Arena wurde gerne Fußball gespielt. Auch veranstalteten wir ein großes Wikinger-Schach-Turnier. Unser Jan gewann das Turnier knapp in einem spannenden Finale. Ich selber schaffte es bloß ins Viertelfinale. Bei diesem Spiel verlor ich gegen ein Kind, welches sich den zweiten Platz sichern konnte. Alle Kinder spielten super. Zwar war das ein oder andere Kind traurig, als es verlor – aber auch eine Niederlage einzustecken, gehört manchmal dazu. Kurz bevor die Kinder abgeholt wurden, gab es täglich eine Saftpause. Für diese bekamen wir von einer Großmutter eines Kindes frische und sehr leckere Äpfel, genauso wie frisch gepressten Apfelsaft. Einmal gab es in der Woche Pudding, der ebenfalls von „Till Eulenspiegel“ geliefert wurde. Das Highlight der Saftpausen waren definitiv der Pudding sowie der Apfelsaft. Gegen 17.00 Uhr wurden die ersten Kinder dann abgeholt und dann begann für uns erst der „richtige Spaß“. Auf- und Einräumen, Toiletten putzen, Feuer löschen und Geschirr spülen. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht, da die Spülmaschine nicht immer so wollte wie wir. Aber nach dem Verlust einiger Nerven, Zeit und mehreren Waschgängen wurde alles sauber. Übrigens wissen wir bis heute nicht warum die Maschine manchmal so schlecht funktioniert hat. Ein besonderes Highlight sind sicher die mit Schlamm und Walddreck dekorierten Toilettenanlagen. Wenn so viele Kinder täglich mehrfach ihre schlammigen Hände waschen, dann kann der ein oder andere Abfluss schonmal an seine Grenzen geraten. Aber was erwartet man auch anderes im Wald? Irgendwie ist dies doch ein Zeichen dafür, dass die Kinder Spaß hatten, oder nicht? So schnell die Becken verstopft waren, waren sie glücklicherweise auch wieder gereinigt. Und damit der Feierabend nicht zu schnell kam, vergaßen wir natürlich an fast jedem Tag nach dem Aufräumen und Abschließen des Anhängers unser “Willkommensschild”, welches am Eingang des Waldes stand. Dann hieß es kurz bevor wir gingen immer noch „Das Schild!“. Und schon dackelte Jan los, um es zu holen und wegzustellen, denn schließlich war er unser „Schild- Beauftragter“.
Es waren wieder zwei sehr schöne Wochen, nicht nur vom Empfinden, sondern auch vom Wetter hatten wir Glück. In beiden Wochen regnete es jeweils nur einen Tag. In der zweiten und letzten Woche der Herbstfreizeit fiel dieser Regentag nur leider auf den Freitag – unseren Stockbrottag. Aber wir machten das Beste daraus und genossen das Brot und die S`mores einfach in der Hütte, bei einer lustigen Kartenspielrunde. Die beiden Wochen waren zwar sehr schön, aber ich war froh, als das Wochenende kam und ich die Beine hochlegen konnte. Ich denke Jan und ich, wir sprechen hier für alle wenn wir sagen: “Wir freuen uns schon auf die nächste Freizeit und zählen fast schon die Tage bis zu dieser.”

Geschrieben von Jan und Eva

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