FSJ-Blog

Unsere erste Seminarwoche im FSJ

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Unsere ersten Bildungstage welche vom „Paritätischen“ (Kompetenzzentrum Freiwilligendienste) organisiert wurden, fanden tatsächlich nicht online, sondern vor Ort in der Jugendherberge in Leutesdorf statt. Dort wurde ein großer Seminarraum für uns vorbereitet, in welchem wir mit ca. 25 Teilnehmern und 2 Teamleitern auf 1,5m Abstand verteilt saßen. Um dorthin zu kommen, holte ich morgens Jan und einen anderen Seminarteilnehmer ab und wir fuhren gemeinsam zur Jugendherberge. Jan spielte das Navi und ich das Taxi, es war die perfekte Arbeitsteilung. Am ersten Tag hatten wir nicht so viel Programm, wir machten eine kurze Vorstellungsrunde und sprachen über das Programm der Woche. Verpflegung gab es für uns kostenlos in der Herberge und zu unserem Erstaunen, konnte man dort sehr gut essen.

Während der fünf Tage lernten wir viel über verschiedene und interessante Themen. So war beispielsweise eine taubstumme Person mit seiner Sprachassistentin bei uns und übte mit uns ein paar Basics der Gebärdensprache. Ebenfalls gab er uns einen Einblick in sein Leben wie schön, aber teilweise auch einsam man mit diesem Handicap lebt. So sollten wir uns alle eine “Scheibe von seinem Mut abschneiden” und auch mal auf Andere zugehen. Die Kommunikation ist mit Händen und Füßen immer möglich und wir brauchen nicht zurückhaltend zu sein, aus Angst sich nicht verständigen zu können! So ist es für Betroffene oftmals schlimmer nicht angesprochen zu werden, als es nicht mal versucht zu haben. Auch wenn man scheitern sollte, zeigt man trotzdem: “Du bist nicht alleine und ich interessiere mich für dich.“ Ebenfalls lernten wir, wie viele natürliche Gebärden wir alle in unserem normalen Alltag lernen und auch verwenden.

An einem weiteren Tag sprachen wir über Konflikte, dies war ebenfalls sehr interessant. Dafür wurden verschiedene Tierbilder auf den Boden gelegt und jeder sollte sich eines aussuchen. Dieses sollte die Eigenschaften enthalten, die man selbst während eines Konfliktes hat. Genauso sollten wir ein zweites Tier auswählen, dass die Eigenschaft besitzt, welche wir uns während eines Konfliktes wünschen. Am Schluss dieses Tages sollten wir in Kleingruppen ein Fantasietier zeichnen, welches unserer Meinung nach die wichtigsten Charaktereigenschaften hat um einen Konflikt ordentlich lösen zu können. So malten wir beispielsweise ein Tier mit großen Ohren, damit man gut zuhören kann, kurze Beine, damit man nicht vor dem Konflikt wegrennt etc.

Am nächsten Tag sprachen wir mit einer Expertin über Drogenmissbrauch und hörten einige “traurige” Geschichten darüber, wie das Leben mit Drogen auf der Straße oftmals ist. Wir sprachen ebenfalls über die Herstellung von Drogen und ihre Wirkungen. Am Ende des Tages rauchten unsere Köpfe auf Grund der vielen neuen Infos die wir lernten, hätten uns aber gefreut, hätten wir mehr Zeit gehabt um mit ihr über das Thema zu sprechen.

Was ein weiteres wichtiges Thema der Woche war, war das Thema der psychischen Gesundheit. Dort kam eine betroffene Person zu uns und sprach mit uns über ihre Geschichte. Ebenfalls gab sie uns Einblicke in verschiedene Krankheitsbilder wie beispielsweise das der Depression, oder einer Essstörung und nannte im Anschluss Stellen/Organisationen an die man sich wenden kann, wenn es einem nicht so gut geht und man jemanden zum reden braucht.

Zum Glück der Seminarteilnehmer, hatten wir nicht nur durchgehend Theorie. Wir fuhren ebenfalls an einem Nachmittag zum Geysir nach Andernach und konnten dort einen kleinen Ausflug genießen. Die Bootsfahrt zum Geysir gestaltete sich zwar für uns als etwas spannender, als die Fontäne selbst, aber das verraten wir ja keinem ;D. Alles in allem können wir sagen, es war eine sehr schöne Woche, in welcher wir viele coole Leute kennenlernten und einiges inhaltlich dazu gelernt haben.

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