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Wir brauchen mehr Steine!

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Diesen oder ähnliche Sätze hört man zurzeit häufig im Kinderhort „Zweite Heimat“ in Höhr-Grenzhausen von verzweifelten Baumeisterinnen und Baumeistern. Seit einiger Zeit besitzt der Hort drei große Sätze dieser so einfachen wie genialen Bausteine. Die Form dieser Bausteine, die an zwei aneinandergereihte Pluszeichen erinnert, ermöglicht fast unendliche Konstruktionsmöglichkeiten. Jeder Baustein hat eine identische Form, so dass jeder Stein mit jedem kombinierbar ist. Unsere Hortkinder haben zu Anfang viel mit zweidimensionalen Mosaiken und Bildern experimentiert, inzwischen ist aber der anspruchsvolle Bau von 3-D-Figuren favorisiert. Da nicht nur rechtwinklige Verbindungen möglich sind, sondern auch Kurven, ist den Möglichkeiten kaum eine Grenze gesetzt. Woher kommt jetzt aber die Verzweiflung der kleinen Baumeister? Eigentlich ganz einfach, kein Kind möchte sein kleines Kunstwerk zerstören, um Bausteine neu verbauen zu können. Da aber auch die Räumlichkeiten des Kinderhortes begrenzt sind, ist diese „Zerstörung“ unumgänglich, um Neukonstruktionen möglich zu machen. Für das pädagogische Fachpersonal zeigt sich an dieser Stelle wieder einmal, dass es nicht immer die hochkomplizierten Konstruktionsbausätze sein müssen, um Kreativität, Feinmotorik, Konzentration und Geduld zu fördern.